Der Komponist Hans Ströer - Kurorchester Bad Windsheim

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Der Komponist Hans Ströer

Hans Ströer (1919 - 1986)

Hans Ströer wurde am 2. November 1919 in Bärringen bei Karlsbad geboren und starb am 24. April 1986 in Bad Windsheim. Er wirkte als Musiker, Komponist und Pädagoge. Neben Kompositionen für Rundfunk und Filme beschäftigte sich Ströer mit der Sammlung und Pflege fränkischer Volksmusik. Die musikalischen Wurzeln Hans Ströers sind wohl in seiner Heimat zu suchen. Er stammte aus dem nordwestlichen Teil Böhmens, der neben Nordmähren und dem Böhmerwald zu den Gegenden des Sudetenlandes mit dem größten Musikernachwuchs gehörte.
 
Im Alter von 8 Jahren begann er mit dem Klavierspielen und besuchte von 1929 bis 1935 die Musikschule in Preßnitz, wo er seine weitere musikalische Ausbildung erhielt. Nach dem Besuch der Musikschule und dem Abschluss der Bürgerschule in Preßnitz ging Hans Ströer 1935 zum Studium nach Prag an die „Deutsche Akademie für Musik und darstellende Kunst“. 1938 wurde dem Studium jäh ein Ende gesetzt, da er zum Wehrdienst einberufen wurde und im 1939 beginnenden Zweiten Weltkrieg als Soldat dienen musste. 1943 wurde Ströer durch einen Lungenschuss verletzt. Nach seiner Genesung musste er wieder an die Front und kam am Ende des Krieges in amerikanische Kriegsgefangenschaft (Arizona/Texas). Da er hier als Sanitäter eingesetzt wurde, blieb er von schweren Feldarbeiten und Ähnlichem verschont und widmete sich in seiner Freizeit der Musik, indem er Chöre aus den Gefangenen bildete, Lieder arrangierte und mit den bescheidenen zur Verfügung stehenden Mitteln musizierte. Nach der Kriegsgefangenschaft bekam Ströer 1946 zunächst ein Engagement beim Palmengarten-Orchester in Frankfurt, wo er vor allem amerikanische Unterhaltungsmusik kennenlernte. Im Jahre 1947 heiratete Ströer in Jügesheim/Hessen (heute Rodgau) Edeltraud Enzmann. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: Gerlinde (*1952) und Edith (1956-1965), die beide ebenfalls sehr musikalisch waren und Musikinstrumente erlernten. 1948 übersiedelte das Ehepaar nach Windsheim (Mittelfranken), wo Ströers Eltern im benachbarten Oberndorf eine neue Heimat gefunden hatten. Er gründete und leitete den Gesangverein Oberndorf (1948 - 58) und war auch als Chorleiter des „Liederkranz“ Illesheim (1952 - 65), des „Gesangvereins 1835“ in Windsheim (seit 1953) sowie des Kirchenchores Ipsheim tätig. Außerdem war er von 1955-60 Gruppenchorleiter und 1958-60 Kreischorleiter. Daneben widmete er sich als Privatmusiklehrer vor allem für Klavier auch der Ausbildung junger Musiker. Jedoch blieb seine Beschäftigung nicht nur beim Reproduzieren, sondern Ströer begann schon bald mit dem Komponieren und schuf neben Filmmusiken für Kultur- und Werbefilme auch Werke für den Rundfunk, die von den Orchestern des Bayerischen und des Süddeutschen Rundfunks aufgenommen wurden. Neben diesen großen Kompositionen schrieb er vor allem in den 60er Jahren zahlreiche Bearbeitungen von Volksliedern aus der Gegend um Bad Windsheim, die er als drei- oder vierstimmige Chorsätze vertonte, und komponierte auch instrumentale Volksmusik. 1953 wurde er mit der Leitung der Werkkapelle der Maschinenfabrik Schmotzer in Windsheim beauftragt, die er bis 1970 leitete. Spätestens seit dieser Zeit war die Blasorchester-besetzung das Ensemble, für das Ströer am liebsten komponiert hat. Mit der Schmotzer-Kapelle hatte er ein Orchester bei der Hand, mit dem er seine eigenen Kompositionen spielen und aufführen konnte. Von 1954 an leitete er die 1952 von Karl Schirmer gegründete Orchestergemeinschaft, die sich bereits 1958 wieder auflöste. Von 1962 an war Hans Ströer nebenberufliche Lehrkraft am Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasium in Bad Windsheim, woran sich 1971 eine Festanstellung als Musiklehrer anschloss. Im Oktober 1971 wurde sein reges und aktives Leben von einem Schlaganfall getroffen. Die Schulleitung des Gymnasiums hielt ihm die Stelle frei, und so konnte er im Herbst 1974 wieder seine Tätigkeit als Musiklehrer fortsetzen und unterrichtete v.a. die Unterstufe des Gymnasiums. Bis 1981 erteilte Ströer Klassenunterricht und blieb dem Gymnasium bis zu seinem Tod 1986 als Instrumentallehrer verbunden. Im Frühjahr 1986 suchte Hans Ströer das Krankenhaus auf, um sich einer Gallensteinoperation zu unterziehen. Obwohl die Operation gut verlaufen war, und er bereits auf dem Wege der Besserung war, schloß er am 24. April 1986 für immer die Augen. Noch heute gehört der größte Teil seiner Volksliedbearbeitungen zum festen Repertoire der Bad Windsheimer Sänger, die diese in mehreren Schallplatten-aufnahmen verewigt haben.
 
Auch das Kurorchester Bad Windsheim, in dem Ströer seit seiner Gründung als Pianist mitgewirkt hat, hat in seinen Programmen viele Kompositionen Ströers und veranstaltet zu den runden Geburts- und Sterbejahren Gedenkkonzerte, die Werke des Komponisten zu Gehör bringen.
 
            
        
    
 
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